„Kehre wieder, du abtrünnige Israel, spricht der Herr.“ „Bekehrt euch, ihr abtrünnigen Kinder, spricht der Herr.“ „So kehrt nun wieder, ihr abtrünnigen Kinder, so will ich euch heilen von eurem Ungehorsam.“
Jer. 3,12.14.22.
Es ist ein schreckliches Ding, dass eine gläubige Seele abtrünnig werden kann. Welche Barmherzigkeit ist ihr zu teil geworden! Welche Liebe hat sie genossen! Welche Aussichten sind ihr eröffnet! Welche Tröstungen opfert sie auf durch solches Abweichen!
Es ist ein elendes Geschäft für den Menschen selbst, weil er durch solches Abweichen nicht nur nichts gewinnt, sondern alles aufs Spiel setzt; es ist schimpflich für die Gemeinschaft, der er angehört, und ist sehr nachteilig für die Welt da draußen.
Welches ist die dringende Pflicht des Abgewichenen und die unmittelbare Heilung seines Abweichens? Ein Wort fasst alles zusammen, es ist Gottes Wort: „Kehre wieder!“
Man sollte meinen, dass der Herr aus vielen Gründen den Abgewichenen nicht einladen werde, zu Ihm zurückzukehren. Wir wollen der Führung des Kapitels folgen, welches eine sorgfältige Auslegung reichlich belohnt.
Ist es nicht wunderbar, dass Gott so voller Barmherzigkeit ist, dass Er solche Abgewichenen zur Rückkehr auffordert, und diese Aufforderung wiederholt ergehen lässt?
Erinnert er dich nicht an andere Zeiten?
Jeder Vers hat seinen eigenen kräftigen Beweggrund.
Wenn diese Weisungen gewissenhaft und sofort befolgt werden, kommen die Gefallenen zu ihrem früheren Zustande zurück. „Kehre wieder! Kehre wieder!“ spricht der Herr. O, dass der Heilige Geist sie dazu antreiben möchte!
Solche sollen finden:
Der ganze Gegenstand verdient es, allen Gläubigen ernstlich ans Herz gelegt zu werden, denn wir mögen bereits mehr abgewichen sein, als wir es vermuten und einräumen.
Den bewusst Abgewichenen sollte der dreifache Ruf dringend nahe gebracht werden: Kehre wieder! Bekehre dich! Kehre wieder!“
Im Original ist hier ein förmliches Wortspiel. „Kehrt wieder, ihr“ rc. heißt buchstäblich: „Kehrt um, ihr abgekehrten Kinder, und ich will euer Umkehren heilen,“ wie in Hos. 14,4. Gott lädt ein, treibt aber nicht; Er vertauscht seine Drohungen mit Verheißungen. Er will seine Kinder nicht einfach wieder annehmen, sondern will „heilen“. Gott allein kann das. Der Mensch bereut seine Sünde, Gott heilt ihn davon. Unsere Sache ist, uns von dem Bösen abzuwenden, und Gottes Sache ist es, das Böse zu vernichten. Die Sünden werden nicht durch Bußtränen, sondern durch das Blut Christi abgewaschen. Christus heilt uns von der Sünde selbst. The Pulpit Commentary.
Ich war des kalten Herzens gegen Christum und sein Opfer und gegen das Werk des Heiligen Geistes müde geworden, und war müde geworden des kalten Herzens auf der Kanzel, im Kämmerlein und Studierzimmer. Fünfzehn Jahre früher hatte ich gefühlt, dass ein Herz gleich dem der Jünger auf dem Wege nach Emmaus in mir brannte. Eines Tages nun, der mir unvergesslich bleiben wird, als ich von Dolgelly nach Machynlleth ging und den Cadair Idris erkletterte, fühlte ich einen Drang zu beten, obgleich mein Herz hart und mein Sinn gar nicht recht geistlich war. Nachdem ich aber in Jesu Namen angefangen hatte, war es mir bald, als ob sich die Fesseln lösten und das harte Herz weich ward. Ich fühlte, als ob Berge von Schnee und Eis sich auflösten und in mir schmolzen. Das erzeugte in meiner Seele Glauben an die Verheißung des Heiligen Geistes. Ich fühlte mich von einer großen Knechtschaft befreit; die Tränen flossen reichlich und ich sah mich genötigt, laut zu schreien zu Gott, dass Er mich in Gnaden besuchen und meine Seele mit der Freude des Heils erfüllen möchte. Christmas Evans.
Zuweilen zweifle ich geradezu an dem überschwänglichen Reichtum seiner Gnade! Wie kann Christus nur so fortfahren, zu vergeben Tag für Tag und Stunde für Stunde! Zuweilen fürchte ich mich, vor Scham zu bitten. A. L. Newton.
Die souveräne Gnade ruft: Kehre wieder! Geliebter Herr, darf ich kommen? Ich bereue tief meine schnöde Undankbarkeit; o, führe den Irrenden heim! Steele.